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Social Media-Kommunikation: Fluch oder Segen?

Wir wägen die Vor- und Nachteile einer noch jungen Form der Kommunikation ab.

Artikel von

Facebook und Instagram gehören zu den meist genutzten sozialen Medien.

Soziale Medien bieten die Möglichkeit, effektiver und schneller zu kommunizieren als mit herkömmlichen Instrumenten. Oft werden Informationen sowieso online zur Verfügung gestellt. Diese dann über ein soziales Netzwerk zu teilen, bringt keinen grossen Mehraufwand mit sich. Verfügt man über eine grosse Community – also viele "Fans", "Likes" oder "Follower" – erreicht man unter Umständen viele Menschen, ohne dass die Verbreitung externe Kosten verursachen würde. 

Social Media-Werbung ist überdurchschnnittlich effektiv!

Ist die Community noch klein, kann die Schaltung von bezahlten Anzeigen interessant sein. Will ich mit meinem Beitrag eine spezifische Zielgruppe erreichen, kann ich diese bei Facebook anhand verschiedenster demografischer Kriterien eingrenzen. Selbst auf Interessen der Facebook-User kann Rücksicht genommen werden. So könnte beispielsweise ein Hochdorfer Uhrengeschäft einen Beitrag über eine neue Kollektion mit Leuten teilen, die im Umkreis von z.B. 30 Kilometer von Hochdorf wohnen und sich für Uhren und Schmuck interessieren. Der Streuverlust liegt dabei in einem fast unschlagbar tiefen Bereich – genau das macht diese Art der Werbung so effizient. Gleichzeitig sind die Kosten für ein Facebook-Inserat erheblich tiefer als jene für eine gewöhnliche Zeitungsannonce.

Die Medaille hat zwei Seiten

Die Vorteile von Social Media-Werbung liegen also auf der Hand. Doch es gibt auch einige Punkte zu beachten, die das Werbeglück ein wenig trüben (können).

Wenn mich ein Anwalt fragt, ob er eine Facebookseite betreiben soll, lautet die Antwort: nein! Ausser er hat ein Faible für Fotografie und macht hervorragende Bilder von SchKG und OR. Aber selbst in diesem unwahrscheinlichen Fall macht er damit nicht unbedingt Werbung für seine eigentlichen Kompetenzen.

Generell gilt: Kommunizieren Sie nur (auf sozialen Medien,) wenn Sie auch wirklich etwas zu sagen haben. Zahlreiche Firmen schalten ein Profil auf und laden bestenfalls das Logo hoch, danach fehlt die Zeit oder die Motivation für richtige Inhalte. So entstehen klassische Friedhofs-Profile, die mehr Schaden anrichten (können) als sie nutzen. 

Der Informationsaustausch auf Social Media ist gegenseitig ...

Denn nebst der Verbreitung von Informationen hat die Kommunikation auf Social Media den gegenseitigen Austausch von Informationen, Erfahrungen und Meinungen zum Ziel – und zwar sowohl zwischen einer Unternehmung und ihren Kunden als auch nur unter den Kunden selber (Bruhn 2011: 1082). Die hohe Dialogintensität dieser Plattformen verlangt eine ständige Überwachung der Kanäle, denn Nutzer von sozialen Medien erwarten heute in Echtzeit eine Antwort auf ihre Fragen (Mast 2013: 178). Zudem können Diskussionen auf sozialen Medien eine gewisse Dynamik entwickeln und sich in eine Richtung bewegen, die nicht im Sinne des Profilinhabers ist. 

Interessant für Konsumgüter

Trotzdem: Die sozialen Medien bieten die Chance, den eigenen Produkten ein Gesicht zu verleihen und dort präsent zu sein, wo die Kunden ihre Meinung äussern. Diese Möglichkeit sollten zumindest Anbieter von Konsumgütern in jedem Fall wahrnehmen. Laut diverser Studien geschieht gerade dieser Meinungsaustausch immer häufiger auf Social Media-Plattformen (Bruhn 2011: 1099).

Quellen

Bruhn, M. (2011). Unternehmens- und Marketingkommunikation (2. Aufl.). München: Verlag Franz Vahlen GmbH

Mast, C. (2013). Unternehmenskommunikation (5. Aufl.). Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft mbH